Das Schlossdach in Heubach muss renoviert werden

Holz muss, wie dargestellt, dauerhaft vor direkter Bewitterung geschützt werden. Aufgrund der seit 2016 bekannten undichten Dachdeckung im Schloss in Heubach ist eine Zerstörung der Dachkonstruktion sowie der darunter liegenden, historisch wertvollen Deckenkonstruktion durch holzzerstörende Pilze nicht mehr ausgeschlossen. Es handelt sich um ein Kaltdach, das der Außenluftfeuchtigkeit unmittelbar ausgesetzt ist. Gerade im feuchten Winter liegt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft bei etwa 80 % bis 85 %. Unter diesen Bedingungen beträgt die Holzfeuchtigkeit bereits rund 20 %. Bleiben Flugschnee oder feine Regentropfen auf der historischen Deckenkonstruktion liegen und kann diese zusätzliche Feuchtigkeit aufgrund der hohen Umgebungsfeuchte nicht verdunsten, steigt die Holzfeuchtigkeit bis auf das kritische Niveau der Fasersättigung an – mit der Folge fortschreitender Holzzerstörung.

 

Die Sicherung des Schlossdaches wäre in den vergangenen Jahren technisch möglich und mit überschaubarem Aufwand realisierbar gewesen. Sie wurde jedoch zurückgestellt, da eine umfassende Sanierung des Schlosses in Aussicht gestellt war. Diese Sanierung wurde in einer Größenordnung geplant, die sich inzwischen als auf unabsehbare Zeit nicht umsetzbar erwiesen hat.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Verein Heubacher Schloss e. V. ein alternatives, schrittweises und haushaltsverträgliches Vorgehen erarbeitet, das den sofortigen Schutz der historischen Bausubstanz in den Mittelpunkt stellt. Über diesen Vorschlag hat bislang kein inhaltlicher Austausch stattgefunden; aus welchen Gründen, ist dem Verein nicht bekannt.

 

Im Verein steht darüber hinaus hochwertige fachliche Expertise aus den Bereichen Bauwesen, Denkmalpflege und Planung ehrenamtlich zur Verfügung. Dieses Wissen ermöglicht es, auch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zum Schutz der historischen Bausubstanz fachlich fundiert zu bewerten und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Der Verein versteht dieses Angebot ausdrücklich als Einladung zum Dialog und zur gemeinsamen Suche nach verantwortungsvollen, realistischen Sicherungsmaßnahmen.

 

Die auf dieser Seite gezeigten Bilder dokumentieren eindrücklich die aktuelle Situation: Noch vor kurzer Zeit ist erneut Schnee über das undichte Dach in das Dachgeschoss des Schlosses eingedrungen. Deutlich erkennbar ist, wie sich der Schnee auf dem Boden des Dachraums ablagert. Beim anschließenden Schmelzen dringt das Wasser ungehindert in die historische Bausubstanz ein, durchfeuchtet Holz und angrenzende Bauteile und beschleunigt den fortschreitenden Substanzverlust.

 

Jeder Tag, an dem Feuchtigkeit ungehindert in die historische Konstruktion eindringen kann, bedeutet einen weiteren, kaum sichtbaren, aber realen Verlust an originaler Substanz. Schäden, die heute noch vermeidbar wären, lassen sich morgen oft nur mit großem finanziellem und denkmalpflegerischem Aufwand beheben – oder gar nicht mehr.

 

Dazu passend: 18.03.2018 Schneeradar im Heubacher Schloss